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Natur & Highlights

Rub al Khali

Die größte zusammenhängende Sandwüste der Welt, die Rub al Khali-Wüste, bedeckt auch Teile des südlichen Oman. 650’000 Quadratkilometer Sand und Stein – mehr ist hier nicht zu finden. Die Wüste ist so unwirtlich und so arm an Oasen, dass sie kaum bewohnt ist. Kein Wunder also, dass sie den Namen „das leere Viertel“ trägt, denn genau das bedeutet „Rub al Khali“. Gut ein Drittel der arabischen Halbinsel wird von ihr bedeckt. Sie erstreckt sich über die Territorien von vier Ländern: Oman, Saudi-Arabien, Jemen und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die größte Wüste der Erde hat einiges zu bieten

In der Rub al Khali liegt das größte derzeit bekannte Ölfeld der Welt, allerdings in dem Bereich, der zu Saudi-Arabien gehört. Was man von omanischer Seite aus genießen kann, ist die Schönheit und die Urtümlichkeit der Wüste; die teilweise zwischen 200 und 300 Meter hohen Sanddünen, die fast parallel zueinander verlaufen, und die weite und endlose Stille, die dieser Ort mit sich bringt. Kaum eine andere Region der Welt ist so menschenfeindlich, wenn es um das Thema Besiedelung geht, daher trifft man hier auch so gut wie niemanden. Selbst die Beduinen meiden die Wüste und betreiben ihre Kamelwirtschaft bestenfalls am Rande der Rub al Khali. Doch Touren in die Wüste, am besten in geführten Gruppen und mit ausreichend Proviant, lohnen sich allemal. Die Faszination eines Sonnenauf- oder Sonnenuntergangs in der Wüste, weit weg von allen störenden Lichtern der Zivilisation, ist schon etwas ganz Besonderes. Wenn man sich über die frühen Morgen- oder die späten Abendstunden in der Wüste aufhalten möchte, sollte man allerdings an die Temperaturschwankungen denken, die dort herrschen. Hier wechseln sich Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Nacht mit Temperaturen um die 60 Grad tagsüber ab.

Rub al Khali – eine Wüste mit einer unglaublichen Geschichte

Die Rub al Khali war nicht immer das karge und endlose Ödland, das sie heute darstellt. Früher führte ein Teil der Weihrauchstraße durch die Wüste. Erst ab etwa 300 n. Chr. wurde die Durchquerung der Wüste Zusehens schwieriger. Es gibt in der arabischen Geschichte eine Stadt, deren Geschichte einen gewissen T. E. Lawrence, besser bekannt als Lawrence von Arabien, dazu veranlasste, diese Stadt als das „Atlantis der Wüste“ zu bezeichnen – Ubar. Die Stadt soll einst am Rande der Wüste gelegen haben und unendlich reich gewesen sein. Wegen ihres lasterhaften Verhaltens, ihrer Boshaftigkeit und ihres schlechten Umgangs mit dem Reichtum wurde Ubar schließlich dem Koran zufolge von Gott bestraft – eine Geschichte die ein wenig an die biblische Überlieferung rund um Sodom und Gomorra erinnert. Allein die Überreste Ubars scheinen gefunden worden zu sein. Satellitenaufnahmen der Wüste zeigten alte Karawanenstraßen, denen man bis zu den Ruinen einer Stadt nahe dem heutigen Shisr folgen konnte. Hier, nur einige Kilometer vom Beginn der Rub al Khali entfernt, soll die sagenumwobene Stadt Ubar gelegen haben. Wer der Rub al Khali aus omanischer Seite einen Besuch abstatten möchte, wird ohnehin meist den Weg über Shisr wählen, um dorthin zu kommen. Auf dem Rückweg lohnt sich auf jeden Fall ein Abstecher zu den Ruinen und Ausgrabungsstädten Ubars.