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Öl & Pipelines in Oman

Als 1967 das erste mit Öl beladene Frachtschiff in Oman ablegte und in die Welt hinausfuhr, begann ein neues Zeitalter für das Land am Persischen Golf. Einst Handelsweltmacht, die mit China handelte und eigene Handelsstützpunkte in Afrika unterhielt, war Oman zu einem einfachen und verarmten Wüstenstaat geworden, in dem die Menschen in den wenigen landwirtschaftlich nutzbaren Gegenden vom Ackerbau und der Viehzucht lebten. Viele andere Einnahmequellen gab es nicht, und so war die Bevölkerung arm und weitgehend ungebildet. Das große Land war kaum regierbar, was zu regelmäßigen Stammesfehden und teilweise bürgerkriegsähnlichen Zuständen führte. Doch mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft und der Machtübernahme des ebenso weit- wie umsichtigen Sultans Qaboos Ibn Said änderte sich vieles.

Ausbau des Ölgeschäfts

Öl und Gas wurden schnell zur Haupteinnahmequelle des Sultanats. Dabei ist Oman einer der kleineren Öllieferanten der Welt. Hier wird nur rund ein 1/10 dessen gefördert, was beispielsweise in Saudi-Arabien gewonnen wird. Doch die Einnahmen sprudeln trotzdem und wurden sinnvoll eingesetzt.
Als Erstes erschuf Sultan Qaboos ein rund 7000 Kilometer langes Netz von Pipelines, das die Ölfelder Omans mit dem lange Zeit einzigen großen Ölhafen des Landes Mina al-Fahal verband. Hier wurde das Öl auf Schiffe verladen und ging von dort aus in die Länder der Handelspartner, bevorzugt die USA, China und Japan. Seit 1982 gibt es in Mina al-Fahal auch eine Raffinerie, sodass das Öl nicht nur als Rohöl, sondern auch weiterverarbeitet verkauft werden kann. Als das für den Ölhandel notwendige Netzwerk errichtet worden war und zu laufen begann, konnte der Sultan auch Geld für andere wichtige Bereiche wie die Bildung und das Gesundheitswesen verwenden, wohlwissend, dass die Einnahmen aus dem Öl- und dem Gashandel weiter fließen würden.

Häfen als Investition für die Zukunft

Kleine Hafenstädte gab es schon immer in Oman. Allein schon die Fischerdörfer entlang der Küste entwickelten sich nach und nach zu Hafenstädten, in denen neben Fähren und kleineren Booten immer öfter auch Kreuzfahrtschiffe verschiedener Reedereien anlegten.
Die Größe eines echten Welthandelshafens erreichte keiner dieser kleineren Häfen in den letzten Jahrzehnten, bis Sultan Qaboos im Jahr 2013 ein neues Projekt in Angriff nahm: den Hafen von Duqm. Auf den ersten Blick lohnte sich dieses Unterfangen kaum. Duqm war kein natürlicher Seehafen, sodass es einige Anstrengungen erforderte, hier einen Seehafen mit Platz für 70’000 Einwohner in der Stadt zu bauen. Doch durch die politische Situation wurde der Ausbau des Hafens zu einer klugen Strategie. Denn der Hafen von Mina al-Fahal liegt direkt an der Straße von Hormus. An dieser Meerenge liegen sich Oman und Iran direkt gegenüber. Nicht selten werden Frachter aus den Arabischen Emiraten oder aus Saudi-Arabien auf ihrem Weg durch die Straße von Hormus von der iranischen Marine behindert. Sollte es wirklich einmal zu einer Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA kommen, droht hier eine Blockade der Seeverbindung.
Saudi-Arabien und die VAE können mit dem neuen Hafen im Süden Omans die gefährliche Meerenge umgehen und ihr Öl über Pipelines durch Oman in den dortigen Hafen schicken, von wo aus das Öl dann in alle Welt verschifft werden kann. So wurde der Bau eines zweiten Seehafens zu einer Investition für die Zukunft, für den Fall, dass das Öl einmal verbraucht sein sollte. Auf diesem Weg kann Oman auch am Ölhandel anderer Nationen verdienen, zwar nur als Handelsumschlagplatz, aber es schafft Arbeitsplätze und Sicherheit in der Außenpolitik.

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